Der Irische Wolfshund
ist eine von der FCI (Nr.160, Gr.10, Sek.2) anerkannte Hunderasse aus Irland.
Herkunft und Geschichtliches zum Irischen Wolfshund
Archäologische Funde beweisen, dass es große windhundartige Hunde von über 70 cm schon um 7000 v.Chr. in Irland/ England und Wales gegeben hat. Es scheint so, dass die ersten Siedler 1.000 Jahre vor Ankunft der Kelten diese Hunde mitgebracht haben. Die Kelten kreuzten ihre Hunde (greyhoundartig) mit ihnen und schufen so einen Jagd- und Kampfhund, der weit über ihren Einflussbereich bekannt wurde.
Der genaue Ursprung des Irischen Wolfshundes ist nicht bekannt. Mit Sicherheit handelt es sich dabei aber um eine sehr alte Rasse, die bereits in altrömischen Quellen erwähnt wird (Quintus Aurelius Symmachus, 391 n. Chr).
Symmachus bedankte sich für die übersandten 7 Irischen Hunde, die bei den Vorstellungen und Spielen in Rom für großes Aufsehen gesorgt hatten und schrieb: "Ganz Rom sah sie mit Erstaunen und stellte sich vor, sie müssten in Eisenkäfigen hier hergebracht worden sein."
Der Irische Wolfshund hatte seine erfolgreichste Zeit im antiken und mittelalterlichen Irland vor der Einführung der Feuerwaffen und wurde zur Jagd auf Wölfe und anderes Großwild eingesetzt. Sein Besitz war damals dem hohen Adel vorbehalten. Berichte über große Windhunde aus Irland tauchen in diversen alten Sagen auf, unter anderem auch in der Isländischen Njáls Saga, die um das Jahr 1000 erschien:
"Ich möchte Dir einen Rüden darreichen, den ich aus Irland bekam. Er hat riesige Gliedmaßen und ist als Begleiter einem kampfbereiten Manne gleichzusetzen. Darüber hinaus hat er den Verstand eines Menschen, und er wird Deine Feinde anbellen, niemals aber Deine Freunde. Er wird es einem jeden Menschen am Gesicht ablesen, ob er gegen Dich Gutes oder Schlechtes im Schilde führt. Und er wird sein Leben für Dich lassen."
Im 16. und 17. Jahrhundert war er in England weit verbreitet und wurde hauptsächlich zur Jagd auf Wölfe und zur Bärenjagd eingesetzt. Das Aufkommen von Feuerwaffen führte schließlich zur Ausrottung des Wolfes in England und Irland, wodurch der Wolfshund keinen speziellen Zweck mehr zu erfüllen hatte und immer seltener wurde.
Mitte des 19. Jahrhunderts nahm sich der Schotte Capt. George Augustus Graham der Rasse an, legte einen Rassestandard fest und kreuzte die wenigen noch lebenden Exemplare mit Deerhounds, Doggen, Barsois und einigen anderen Rassen. Daraus entstand der Irische Wolfshund, wie wir ihn heute kennen.
Beschreibung des Irischen Wolfshund
Die im Standard geforderte Mindest-Schulterhöhe beträgt bei Rüden 79 cm und bei Hündinnen 71 cm. Bei Rüden wird eine durchschnittliche Schulterhöhe von 81-86 cm angestrebt. Mit gelegentlich bis über 100 cm Schulterhöhe gilt der Irische Wolfshund als der größte Hund der Welt.
Sein Haar ist rauh und hart. Die Standardfarben sind grau, gestromt, rot, schwarz, reinweiß, rehbraun oder jede beim Deerhound vorkommende Farbe. Seine kleinen Ohren werden greyhoundartig getragen und als "Rosenohren" bezeichnet.
Verwendung des Irischen Wolfshund
Der Irische Wolfshund ist ein sanftmütiger Riese und deshalb trotz seiner imposanten Größe hauptsächlich ein Familienhund. Seinen Ursprung als Windhund für die Jagd kann er beim Geländerennen (Coursing) ausleben.
Gesundheit des Irischen Wolfshund
Wie die meisten Riesenrassen haben auch Irische Wolfshunde im Vergleich zu kleinen Hunden eine kürzere Lebenserwartung – in der Literatur sind Durchschnittsalter zwischen 6,5 und 10 Jahren zu finden, wobei die wenigen zum Thema vorhandenen wissenschaftlichen Arbeiten das Durchschnittsalter eher im unteren Bereich dieser Marge ansiedeln.
Einer neueren Studie (Egenvall 2005) zufolge werden 28�ller Wolfshunde keine 5 Jahre alt, 63�terben vor dem Alter von 8 Jahren und 91�or dem Alter von 10 Jahren. Anders ausgedrückt: 72�r>aller Wolfshunde werden 5, 37�erden 8, und nur 9�ller Wolfshunde werden 10 Jahre oder älter. Aus diesen Zahlen lässt sich auch ableiten, dass durchschnittlich 51�ller 5-jährigen Wolfshunde 8 und 24�ller 8-Jährigen Wolfshunde 10 oder mehr Jahre alt werden.
Aufgrund ihres allgemein eher stoischen Wesens können Wolfhounds auch schmerzhafte Krankheitssymptome lange Zeit unterdrücken. Das hat zur Folge, dass Krankheiten oft leider erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt werden, was in vielen Fällen die Heilungschancen verschlechtern kann.
Daneben existieren in der Rasse verschiedene Erbkrankheiten und zumindest teilweise erbliche Dispositionen. Die häufigsten davon sind:
- Dilatative Kardiomyopathie
- Osteosarkom (Knochenkrebs)
- Magendrehung
- Portosystemischer Shunt (intrahepatisch)
- Osteochondrose
Daneben sind in der veterinärmedizinischen Literatur als weitere Erbkrankheiten und Dispositionen beschrieben:
- Epilepsie
- Rückenmarksembolien
- Primäre Ciliäre Dyskinesie/Rhinitissyndrom
- Progressive Retinaatrophie
- Von-Willebrand-Erkrankung
- Calcinosis circumscripta
Gelegentlich wird Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse) als Rasseproblem erwähnt. Allerdings haben Irische Wolfshunde laut der Veterinary Medical Database der Purdue University im Vergleich zur gesamten Hundepopulation ein um zwei Drittel geringeres Risiko, an dieser Krankheit zu erkranken.
Wie alle Windhunde haben Irische Wolfshunde eine im Vergleich zu anderen Hunden geringere Toleranz für Anästhetika. Die Dosen sind entsprechend zu reduzieren – nähere Angaben dazu finden sich in der veterinärmedizinischen Fachliteratur.
Zum Namen des Irischen Wolfshund
Im Gegensatz zum Tschechoslowakischen Wolfhund wird "Wolfshund" beim Irischen Wolfshund im Deutschen mit s geschrieben, der Grund ist laut FCI folgender:
- Wolfshund ist ein Hund, der Wölfe jagt oder der wolfsfarben ist, z. B. der Wolfsspitz
- Wolfhund ist eine Rasse, bei der in neuester Zeit wieder ein Wolf eingekreuzt wurde, wie z. B. der Tschechoslowakische Wolfhund.
In der deutschsprachigen Literatur findet sich des Öfteren auch die pseudo-Englische Form "Irish Wolfshound". Dieser Schreibfehler beruht darauf, dass "Wolfhound" im Englischen ohne "s" geschrieben wird, diese Tatsache aber vielen deutschsprachig Schreibenden nicht bekannt ist. 09.05.2008.