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Der Deutsche Schäferhund

ist eine von der FCI (Nr. 166, Gr. 1, Sek. 1) anerkannte deutsche Hunderasse.

Herkunft und Geschichtliches zum Deutschen Schäferhund

Im Jahre 1891 entstand ein erster Rassestandard für den Deutschen Schäferhund. Er gliederte die Rasse in drei Klassen: in rauhaarige, glatthaarige und langhaarige Hunde. Vorausgesetzt wurden spitze Stehohren, eine gestreckte Schnauze und eine abwärts getragene, buschige Rute. Als durchschnittliche Größe wurden 50-55 cm angegeben, das Fell durfte schwarz, grau oder rotgelb sein - sowohl einfarbig als auch mit zahlreichen Abzeichen. 1894 erregte die Rasse erstmals öffentliches Aufsehen, als fünf Exemplare auf einer Ausstellung in Dortmund auftraten.

1899 wurde der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) gegründet, dessen erster Präsident Rittmeister Max von Stephanitz war. Von Stephanitz und sein Freund Artur Mayer suchten damals einen Arbeitshund, welchen sie im Deutschen Schäferhund entdeckten. Daraufhin wollten sie einen kräftigen, leistungsfähigen Deutschen Schäferhund züchten. Der Rüde Horand von Grafrath war der Stammvater dieser Zucht, als Stammmutter gilt die Schäferhündin Mari von Grafrath. Der SV legte einen neuen Rassestandard fest, welcher bis heute fast unverändert gilt.

Der Deutsche Schäferhund wurde im Dritten Reich zu einem nationalistischen Symbol vermeintlich typisch deutscher Tugenden, wie etwa Mut und Treue. Die NS-Propaganda setzte Adolf Hitler mit seiner Schäferhündin Blondi in zahlreichen Fotos in Szene. Viele tausend Schäferhunde fielen dem Zweiten Weltkrieg an allen Fronten zum Opfer.

In Großbritannien wird er aus historischen Gründen (antideutsche Strömungen aufgrund des Ersten Weltkrieges) auch Alsatian genannt.

Beschreibung des Deutschen Schäferhund

Der Deutsche Schäferhund ist kräftig und stark bemuskelt.

Der Widerrist bildet den höchsten Punkt des Rückens. Die Größe wird beim Widerrist gemessen. Bei einem ausgewachsenen Schäferhund beträgt die Widerristhöhe bei Rüden 60 bis 65 Zentimeter, bei Hündinnen 55 bis 60 Zentimeter.

Der Oberkopf nimmt ca. die Hälfte der Gesamtkopflänge ein. Die Stirn ist nur wenig gewölbt, und der Fang ist kräftig. Die Lippen sind straff, trocken und schließen gut. Beim Gebiss liegen die Schneidezähne scherenartig übereinander. Der Welpe hat 28 und der erwachsene Schäferhund 42 Zähne.

Die Ohren sind am Grund breit und hoch angesetzt. Sie laufen spitz aus und sind mit der Muschel nach vorne gerichtet. Die Augen sind lebhaft, dunkel, ausdrucksvoll und etwas schräg liegend. Der Hals ist kräftig und gut bemuskelt.

Die Rute wird vom 13. bis zum 23. Wirbel gebildet und reicht vom Hinterfuß bis zum Sprunggelenk. Der Rücken ist gerade, kräftig und fest. Er besitzt 13 Rückenwirbel und sieben Lendenwirbel. Die Pfoten sind rundlich und kurz, auch die Nägel sind kurz und kräftig.

Das Haarkleid beim Rassestandard, dem Stockhaarschäferhund hat dichte Unterwolle mit geradem, fest anliegendem Deckhaar. Der Langhaarschäferhund (volksmundlich Altdeutscher Schäferhund) mit langem Haar wird allerdings nicht zur Gebrauchshundezucht zugelassen. Die häufigsten Farben sind Schwarz mit rotbraunen, braunen, gelben bis hellgelben Abzeichen. Schwarz und grau einfarbig.

Die Lebenserwartung eines Deutschen Schäferhundes liegt durchschnittlich zwischen 10 und 12 Jahren.

Wesen des Deutschen Schäferhund

Der Deutsche Schäferhund ist vom Wesen her ausgeglichen, nervenfest, selbstsicher, treu, anhänglich, klug und wachsam. Wenn es die Lage erfordert, kann er auch kämpferisch, hart und ausdauernd sein. Er wird als Hund der Superlative bezeichnet, was Intelligenz, Führigkeit, Arbeitsbereitschaft und körperliche Gewandtheit anbelangt. Deutsche Schäferhunde sind zwar Sportlertypen, sie lieben aber auch lange Spaziergänge und brauchen viel Bewegungsfreiheit und Familienanschluss. Sie sind Gebrauchshunde, wollen also artgerecht beschäftigt werden, eine Aufgabe haben, damit ihre Sinne nicht verkümmern. Sie bevorzugen kühlere Temperaturen.

Zucht des Deutschen Schäferhund

Im Gegensatz zu den meisten Rassen ist der Deutsche Schäferhund ein typischer Gebrauchshund. Es wird dementsprechend nicht nur auf das Äussere Wert gelegt, obligatorisch ist bei ihm auch eine differenzierte Ausbildung (z. B. als Schutzhund) und die Prüfung der Gebrauchstauglichkeit.

Die Anforderungen an die Hunderasse ist im FCI-Standard Nr. 166 / 30.08.1991 / D beschrieben. Das Zuchtbuch des Vereins für Deutsche Schäferhunde beinhaltet zurzeit etwa 250.000 reinrassige Deutsche Schäferhunde.

Verwendung des Deutschen Schäferhund

Der Deutsche Schäferhund ist nicht nur für seinen ursprünglichen Verwendungszweck, das Hüten einer Schafherde, geeignet, sondern ebenso als Schutzhund wie als Polizei- und Fährtenhund, als Blindenführhund und als Rettungshund. Er besitzt einen ausgeprägten Familiensinn und ist deshalb als Familienhund gut geeignet.

Der Deutsche Schäferhund gilt als der „Allrounder“ unter den Hunderassen. Er ist weltweit der beliebteste Gebrauchshund.

Rassetypische Erkrankungen des Deutschen Schäferhund

Als Krankheiten treten vereinzelt Allergien (Immunschwäche) sowie, bei falscher Züchtung, wie bei fast allen größeren Hunderassen Gelenkprobleme (HD, Ellbogendysplasie) auf. Es liegt auch in der Verantwortung der Verbände und Züchter, darauf zu achten, nur jene Elterntiere für die Weiterzucht zuzulassen, die keine Probleme mit der Hüftgelenks- und Ellbogendysplasie haben. Beim Kauf wird empfohlen, sich an Züchter zu wenden, deren Tiere HD-geröntgt und HD-frei sind. Es kann auch das Kongenitale Vestibularsyndrom, eine Erbkrankheit des Innenohrs mit Gleichgewichtsstörungen und unter Umständen Taubheit, auftreten.

Kritik an der Entwicklung der Deutschen Schäferhund Rasse

Horand von Grafrath (ursprünglicher Name: Hector Linksrhein), der erste von v. Stephanitz 1895 ins Zuchtbuch eingetragene Schäferhund, unterscheidet sich von der heutigen „Schaulinie“ Deutscher Schäferhund. Er war leichter und weniger muskulös.

Das Bild links zeigt etwas überzeichnet die Entwicklung der Rasse von circa 1900 bis heute. Der ursprüngliche Deutsche Schäferhund glich in Aussehen und Gewicht mehr dem heutigen Malinois. Der Deutsche Schäferhund von heute ist größer und massiger. Auffällig ist der abfallende Rücken, der aus Gründen eines umstrittenen Schönheitsideals angezüchtet wurde. Es zeigen sich Tendenzen, diesen Weg wieder zu verlassen.

Zuchtlinien in der DDR erhielten in stärkerem Ausmaß die alte Form und zeigen auch eine Tendenz zu längerem Fell und der ursprünglichen, dunkleren Farbe. Aufgrund der weniger häufigen Tendenz zu Hüftgelenkdysplasie (HD) sind diese Tiere in der Gebrauchshundezucht recht begehrt. Die Bemühungen, diese Linien als Ostdeutscher Schäferhund zu erhalten, werden vom Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) nicht unterstützt. 09.05.2008.

Die Hunderassenbeschreibungen basieren auf den Beschreibungen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia
und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.